Michale Kleinbongartz im Interview zu Wirtschaft 4.0 und Social Intranet

Wir können Grenzen verschieben

„Industrie 4.0“ ist zu einem dominanten Schlagwort avanciert. Das Credo: Damit die Fabrik der Zukunft flexibler, effizienter und intelligenter wird, sollen Maschinen, Anlagen und Produkte miteinander reden. Laut Wikipedia ist das „Ziel die intelligente Fabrik (Smart Factory), die sich durch Wandlungsfähigkeit, Ressourceneffizienz und Ergonomie sowie die Integration von Kunden und Geschäftspartnern in Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse auszeichnet.“ Die KUKKO Werkzeugfabrik Kleinbongartz & Kaiser oHG in Hilden bei Düsseldorf hat dieses eine Ziel schon erreicht.

Das Unternehmen ist im Bereich der Abzieh-Werkzeuge Weltmarktführer und den Weg zur Industrie 4.0 weit gegangen, aber die interne Kommunikation ist auf diesem Weg ein Stück weit auf der Strecke geblieben. Und da kommt die Universum AG ins Spiel: Mit unserer auf Confluence von Atlassian basierenden Intranetlösung geben wir KUKKO aktuell genau das richtige Werkzeug an die Hand, um diesen Mangel zu beheben. Gemeinsam wollen wir die Prozesse des Unternehmens effizienter steuern und dadurch auch Einsparpotenziale heben.

Bei KUKKO: Das Lager mit Abziehern

Wir haben mit Michael Kleinbongartz, der das mittelständische Familienunternehmen in vierter Generation leitet, über schon Erreichtes und die nächsten Meilensteine gesprochen.

Wie gelingt es Ihrem Unternehmen das digitale Zeitalter für sich zu nutzen? Welche Schwächen hat es?

Durch das digitale Zeitalter gibt es Möglichkeiten, die es für den Mittelstand früher so nicht gab. Man kann seine Firma besser machen, indem man am Wochenende das iPad in die Hand nimmt und die relevanten Erfahrungen in die Firmenstruktur einfließen lässt und ist damit wesentlich früher weiter als die trägen Dinosaurierfirmen. Es ist nur fair, dass die Flexiblen nun einen Vorsprung haben. Doch es wachsen Freizeit und Arbeit zusammen und die sich auflösenden Grenzen können zum Problem werden.

Welche Meilensteine sind besonders wichtig?

Einen Prozess einzurichten, der das Aufzeigen und Vernichten von unsinnigen Strukturen zum Inhalt hat und dafür sorgt, dass die betroffenen Mitarbeiter in neue, sinnvolle Positionen gebracht werden.

Industrie 4.0: Erfahrungen und Chancen

Welche Erfahrungen haben Sie mit Industrie 4.0 gemacht? Gab es so eine Art Erweckungserlebnis?

Nein, das gab es nicht. Der Begriff Industrie 4.0 ist mir erst bei einem Besuch im Bundeswirtschaftsministerium deutlich geworden. Denn: Er bedeutet für jede Firma etwas anderes und das muss man für seine Firma, also einen Produktionsbetrieb, erst einmal verinnerlichen. Industrie 4.0 ist bei uns die Summe aller Optimierungen und deren Integration in digitale Prozesse.

Was sind für Sie die wesentlichen Herausforderungen von Industrie 4.0?

Es gibt keine Herausforderungen, es gibt nur Chancen. Man kann die Digitalisierung von Produktionsabläufen, Kunden- und Anwenderkommunikation auch außer Acht lassen – aber es ist keine Entwicklung, die wieder verschwindet. Industrie 4.0 – der Computer steuert nun aktiv Produktions- und Distributionsprozesse. Das schafft Freiraum für Menschen – das, was immer gefordert wurde. Nun liegt es an den Mitarbeitern und den Unternehmen, die so gewonnenen Freiräume gemeinsam gewinnbringend zu nutzen.

Und wieso jetzt Intranet?

Für viele Unternehmen sind Industrie 4.0 und die damit einhergehenden Änderungen in den Abläufen ein Quantensprung. Was reizt Sie an der Intranet-Lösung?

Wir nutzen schon im Produktionsprozess leistungsfähige und moderne Tools. Das Gleiche wollen wir jetzt auch für den Planungsprozess einsetzen, um mit der Informationsflut professionell umgehen zu können. Wir schaffen eine eine zentrale Wissens-, Informations- und Dokumentationsdatenbank, auf die alle Mitarbeiter/innen – und Partner / Kunden Zugriff haben. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Arbeitsprozesse werden optimiert, ich behalte jederzeit den Überblick. Es erlaubt das flexible Reagieren auf neue Entwicklungen. Und: Es ist ressourcenschonend und preisgünstig.

Screen Intranet

Projekte leben von guter Kommunikation, Verbindlichkeit und Transparenz. Wie nehmen Sie Ihre Mitarbeiter mit?

Die Transparenz bei diesem Prozess  ist besonders wichtig. Ich habe frühzeitig mit jedem Einzelnen darüber gesprochen, was auf uns zukommt. Die Ausgangslage beim Confluence Wiki macht es leicht: Einheitliche Vorlagen, klare Prozesse und ein gemeinsamer Fokus auf das, worauf es in Projekten ankommt: Wer macht was bis wann? Ich erhalte einen aktuellen Überblick über alle laufenden Projekte und Vorhaben; kann Probleme effektiv lösen, Prioritäten setzen und Zusammenhänge zwischen Themen herstellen und gezielt an die jeweiligen Projektbeteiligten – intern und extern – weitergeben. Die Arbeitsprozesse werden optimiert und zwar für alle. Wir verschieben die Grenzen.

Ständige Erneuerung

Welche Ziele haben Sie sich als nächstes gesteckt?

Wir wollen unsere neuen Stärken und gewonnenen Spielräume nutzen, um weiter zu wachsen und weltweit die Stellung im Markt erreichen, die wir in Europa bereits haben.

Haben Sie in Sachen Change Management noch einen Rat für andere Mittelständler?

Ja – der Satz „das machen wir so, denn das haben wir immer so gemacht“ muss aus der Firmenkultur gestrichen werden. Die Globalisierung kann nutzen, ist aber auch sehr gefährlich, wenn man die ständige Erneuerung nicht Teil der Arbeit werden lässt.

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Aspekt bei der Zusammenarbeit über das Internet ist übrigens die Sicherheit – auch vernetzt ist es selbstverständlich, dass alle Daten größtmöglich verschlüsselt bearbeitet werden. Und da sind wir wieder bei einem neuen Thema.

Veröffentlicht von

Petra Horstick

Petra Horstick

Ein Teil des Universums - als Leiterin der Redaktion